“Vitamin E in der modernen Medizin” Prof. Dr. Helmut Sies
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Lehrstuhlinhaber am Institut für Physiologische Chemie der Universität Düsseldorf Forschungsschwerpunkt sind freie Radikale und oxidativer Streß sowie die Rolle von Vitamin E und anderen Anti-Oxidantien als Radikalfänger
Vitamin E in biologischen Systemen: Radikale und ihre Rolle bei Krankheiten im Menschen Vitamin E
- vor allem das natürliche (RRR-alpha-Tocopherol) schützt Lipide (Fettstoffe) vor oxidativer Zerstörung (Zerstörung durch Sauerstoffradikale). Vitamin E schützt vor allem auch die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z.B. LINOLSÄURE) in den Zellmembranen oder in Lipoproteinen geringer Dichte (
LDL) im Blut. (In Lipoproteinen werden z.B. Fett und Cholesterin im Blut transportiert. Werden LDL von Radikalen geschädigt, weil auf diesem Transport zu wenig Vitamin E
vorhanden ist, kann dies zu Arteriosklerose führen.) Übrigens: HDL (Lipoprotein hoher Dichte = das “gute” Cholesterin sollte
möglichst hoch sein. Mäßiger Ausdauersport und mäßiger Weingenuß erhöht das “gute” HDL.
Vitamin E ist in der Lage, die durch Radikale ausgelöste Kettenreaktion zu unterbrechen, die zu mehrfacher
Schädigung von Lipiden in den Zellmembranen führt. Vitamin E “opfert” sich dabei und wird selbst zum Radikal. Vitamin C kann es dann wieder in den ursprünglichen Zustand zurückführen.
(An diesem Beispiel kann man die Notwendigkeit des Zusammenwirkens verschiedener Anti-Oxidantien, wie hier z.B. von Vitamin E und Vitamin C
erkennen. Dieses Zusammenwirken bezeichnet man als Synergismus) Oxidativer Streß, oxidative Schäden
Leben in sauerstoffhaltiger Umgebung wäre nicht möglich ohne ein Verteidigungssystem aus Enzymen (Stoffe, die chemische Reaktionen in Gang bringen oder beschleunigen) und Vitaminen. Diese Enzyme und Vitamine nennt man ANTI-OXIDANTIEN.
Leben ist durch ein Gleichgewicht an Oxidantien (Radikalen) und Anti-Oxidantien (Enzym und Vitamine)
gekennzeichnet. Verschiebt sich das Gleichgewicht so, daß zu viele Radikale gebildet werden, spricht man von “oxidativem Streß”.
Vitamin E ist sicher das hauptsächliche, vielleicht sogar das einzige, fettlösliche Antioxidans im Blutplasma und in den Membranen der Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
. Vitamin E zerstört zehntausendmal schneller das Radikal als jenes z.B. die lebensnotwendige Linolsäure schädigen kann. Es kann angenommen werden, daß eine erhöhte Aufnahme von Vitamin E
und anderen antioxidativen Nährstoffen für erhöhten Schutz sorgen. Die aktuelle Forschung, die zum größten Teil auf Tierstudien und auf epidemiologischen Studien an Menschen
(Studien an Teilen der Bevölkerung) beruht, zeigt, daß Vitamin E wesentliche Funktionen in der Verlangsamung oder Verhinderung degenerativer Krankheitsprozesse
(Krankheitsprozesse durch Zellschädigung) ausüben kann. Zurück zur Inhaltsangabe Zurück zur Startseite |