“Vitamin E in der modernen Medizin” Prof. Dr. Klaus Miehlke
Zurück zur Inhaltsangabe Medizinischer Direktor der Rheumaklinik Wiesbaden, Professor an der
Universität Mainz, Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gremien, Autor vieler Veröffentlichungen Forschungsschwerpunkte: Rheumatologie sowie Vitamin E in der Behandlung entzündlicher Erkrankungen wie chronische
Polyarthritis. Antirheumatische Therapie mit Vitamin E
Alle rheumatischen Erkrankungen haben als gemeinsames Merkmal die Entzündung, die das Krankheitsgeschehen im
wesentlichen prägt durch Schmerz, Schwellung, Bewegungseinschränkung bis hin zum teilweisen oder vollständigen
Funktionsverlust der betroffenen Körperregion. Die bisher eingesetzten Medikamente (Diclophenac u.a.) haben häufig schwerwiegende Nebenwirkungen.
Bei Entzündungen produzieren Phagozyten des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystems) Sauerstoffradikale, um damit z.B. Bakterien und Viren zu bekämpfen.
(Zu den Phagozyten zählen die Makrophagen und Monozyten. Es sind “Freßzellen”, die körperfremde Eindringlinge bekämpfen.) Leider entstehen u.a. durch Blutzufuhrschwankungen im Entzündungsherd zusätzlich
Sauerstoffradikale in großer Menge. Diese können dann auch das vorhandene gesunde Gewebe des Entzündungsherdes angreifen und zerstören.
Um sich vor diesem “oxidativen Streß” zu schützen, braucht der Körper genügend Anti-Oxidantien (Radikalenfänger).
Vitamin E spielt hier die Hauptrolle: Es fängt die Radikale ab, wird dabei aber teils selbst zerstört. Es muß immer wieder durch neues ersetzt werden.
In entzündeten Gelenken besteht ein drastischer Vitamin E-Mangel: Nur 1 Fünftel im Vergleich zur Konzentration im Blutplasma ist vorhanden. Bei chronischer Polyarthritis ist auch im Blutplasma ein Abfall um 30% Vitamin E im Vergleich zu gesunden Patienten
festzustellen. Die Folge ist ein noch größerer Mangel an Vitamin E im entzündeten Gelenk. Dies führt zu einem “Rheumaschub” und schließlich zu Gelenkzerstörungen. Viele klinische Versuche zeigen, daß Vitamin E die gleiche Wirkung wie DICLOFENAC (Antirheumatikum) aufweist, aber keinerlei Nebenwirkungen hat!
Bei diesen Versuchen bekam eine Gruppe der Patienten bis zu 1600 mg Vitamin E, die Vergleichsgruppe 150 mg Diclofenac (
Anti-Rheumaticum) (Bekannte Medikamente, die Diclofenac enthalten, sind: Allvoran, Diclac, Diclo, Diclophlogont, Diclophenac-ratiopharm, Duravolten, Effekton, Monoflam und Voltaren.) Schlußfolgerung:
Vitamin E sollte grundsätzlich in die Rheumatherapie einbezogen werden. Bei Patienten, die übliche Antirheumatika nicht vertragen, ist Vitamin E das Mittel der ersten Wahl.
Die empfohlene Tagesdosis liegt im Bereich von 400 - 2000 mg. Besonderer Wert ist darauf zu legen, daß Vitamin E natürlicher Herkunft verwendet wird. Natürliches Vitamin E hat
eine weit höhere Wirksamkeit als synthetisches. (Auch natürliches Vitamin C ist dem synthetisch hergestellten überlegen).
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