“Vitamin E in der modernen Medizin” Prof. Dr. Keith U. Ingold
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Professor für Chemie und Biochemie an der Universität von Ottawa, KanadaVerfasser vieler Publikationen und Fachbücher, 22 wissenschaftliche Ehrungen Forschungsschwerpunkte sind Reaktionen der
freien Radikale ,, durch diese ausgelöste Schäden sowie Schutzwirkung der Anti-Oxidantien, insbesondere die Bedeutung von Vitamin E als Radikalfänger in lebenden Organismen. Die Bioverfügbarkeit verschiedener Formen von Vitamin E (Unter Bioverfügbarkeit versteht man die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Aufnahme von
Nahrungsstoffen im Organismus) Natürliches Vitamin E ist ein Komplex von 4 Tocopherolen und 4 Tocotrienolen, die man jeweils mit Alpha-, Bata-, Gamma-, Delta- bezeichnet.Vitamin E ist der
wichtigste (über 90%) fettlösliche Radikalfänger in den Zellen von Säugetieren. Daraus läßt sich schließen, daß dem Vitamin E bei der Verhütung von Schäden an Zellmembranen und am Cholesterin (LDL) größte
Bedeutung zukommt. Die biologisch aktivste Form des natürlichen Vitamin E, das man als RRR-Alpha-Tocopherol, aber auch die anderen Anteile sind wichtig und durch die restlichen nicht zu ersetzen. Vitamin E
wird von Pflanzen zum Schutz der eigenen Keimöle erzeugt wird. Synthetisches (chemisch erzeugtes) Vitamin E besteht aus 8 Stereoisomeren.
(Stereoisomere sind Substanzen gleicher Zusammensetzung, aber verschiedener räumlicher Anordnung, vergleichbar mit Spiegelbildern) Diese 8 Tocopherole werden wie folgt gekennzeichnet:
RRR, RRS, RSR, RSS, SRR, SRS, SSR, SSS Nur das RRR-Tocopherol entspricht dem natürlichen Vitamin E. Die Natur produziert ausschließlich
RRR-Tocopherole. Die Buchstaben R und S kennzeichnen die verschiedene räumliche Anordnung der CH3-Gruppen im Vitamin E-Molekül) Beim natürlichen Vitamin E sind 3 CH3-Molekülgruppen (“Zacken”) nach
rechts angeordnet,
während bei den synthetischen Stereoisomeren diese Zacken teilweise oder ganz nach links zeigen! Natürliches Vitamin E ist der passende “Schlüssel”, der die volle Wirkung auslöst. Alle anderen “Schlüssel” haben unpassende “Bärte”, die Wirksamkeit ist vermindert oder gar nicht vorhanden.
Ähnliches gilt für chemisch erzeugtes Vitamin C (Ascorbinsäure). Dieses besteht aus 4 Stereoisomeren, der “Schlüsselbart” hat nur 2 “Zacken”, so daß es nur 4 verschiedene Anordnungen geben kann.
Auch hierbei ist nur das natürliche Vitamin C voll wirksam. Zurück zur Inhaltsangabe
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